Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Heilpflanze Fieberklee

Der Fieberklee (Menyanthes trifoliata L.) gehört zur Familie der Fieberkleegewächse. Wegen seiner typischen dreiteiligen Laubblätter und der früher als Fiebermittel angewendeten Pflanze wird sie Fieberklee genannt. Mancherorts wird die Pflanze auch als Bitterklee, Kreuzklee, Sumpfklee oder Bohnenblad bezeichnet.

Mit seinem walzenförmigen, langen gegliederten Wurzelstock überdauert der Fieberklee viele Jahre. Der Wurzelstock ist stark verzweigt und mit schuppenförmigen Niederblättern besetzt. Im Frühjahr treibt er einen kurzen, beblätterten Spross mit wenigen lang gestielten Laubblättern. Die zwittrigen Blüten stehen auf einem bis zu dreißig Zentimeter langen Stiel strahlenförmig zu einem Blütenstand vereint. Die Krone wirkt etwas fleischig und trichterförmig. Sie ist leicht rosafarben. In der Kronenröhre sind fünf Staubblätter eingefügt mit dunkelvioletten, pfeilförmigen, spreizenden Staubbeuteln.
Der Fieberklee blüht in der Zeit von Mai bis Juni, in den Alpen sogar bis in den August.

Vorkommen

Der Fieberklee kommt vor allem in sumpfigen, feuchten Gebieten vor. Typisch ist er auf Flachmooren sowie in der Verlandungszone der Ufer. Bis in Höhen von 1800 Metern ist er zu finden, allerdings selten auf Kalkboden.

Fieberklee ist über ganz Europa, vom gemäßigten Asien östlich bis Japan sowie zum nördlichen Nordamerika hin verbreitet.

Aufgrund der Trockenlegung vieler Sumpfgebiete ist der natürliche Bestand des Fieberklees in den letzten Jahrzehnten jedoch stetig zurückgegangen. Aus diesem Grund zählt er bei uns zu den geschützten Pflanzen und darf aus der Natur nicht entnommen werden.

Erstmals wurde die Pflanze im 16. Jahrhundert abgebildet und beschrieben. Dazu wurden verschiedene Namen benutzt, darunter Trifolium fibrinum. Vor dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde die im Volk bekannte Pflanze jedoch noch nicht zu medizinischen Zwecken verwendet.


Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

Die Blätter der Droge enthalten als wirksame Bestandteile vor allem Bitterstoffglykoside, unter anderem Menyanthin. Weitere Inhaltsstoffe sind Gerbstoff, etwas ätherisches Öl, Alkaloide, darunter Gentianin, sowie vor allem Vitamin C. Der Bitterwert der Droge liegt zwischen 1500 und 10000.


Sammeln und Trocknen

Als Sammelgut gelten die Blätter, die in der Zeit von Mai bis Juni während der Blütezeit gesammelt werden. Anschließend werden sie in dünner Schicht in einem luftigen Raum zum Trocknen ausgebreitet. Dabei werden unschöne oder vergilbte Blätter bereits aussortiert. Insgesamt ist der Fieberklee nahezu geruchlos und weist einen stark anhaltenden, bitteren Geschmack auf.


Anwendung als Heilpflanze

Die Droge wird ausschließlich als Bittermittel verordnet. Etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen, wirkt die Droge appetitanregend und verdauungsfördernd.

Mitunter wird Fieberklee als Beigabe in Tees mit Pfefferminze und Baldrian zur Beruhigung der Nerven hinzugezogen. Auch in Spirituosen ist manchmal Fieberklee als Bittermittel enthalten.

In der Pharmakologie findet Fieberklee als bitteres Tonikum eine Verwendung.

Auch in der Homöopathie wird Fieberklee als fiebersenkendes Mittel sowie bei Muskelschmerzen und Kopfschmerzen und grippalen Infekten angewendet.

Vergiftungen durch die Pflanze sind nicht bekannt, allerdings kann es in einzelnen Fällen zu Magenbeschwerden kommen.