Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Holunderblüten (Sambucus nigra)

Holunderblüten wirken entwässernd und helfen dem Körper, Giftstoffe auszuschwitzen.

 

Kaum ein Gewächs ist in der Volksmedizin beliebter als der Holunder, auch bekannt als Hollerbusch oder Elderbaum. Einst Wohnort der Hausgötter, ist das Gehölz noch heute oft in der Nähe von Anwesen und Gehöften zu finden.


Vorkommen und Merkmale


Sambucus nigra ist ein ästiger Strauch oder kleiner Baum von 3 bis 7 Metern Höhe, der in Gärten, an Wegrändern oder Fließgewässern zu finden ist. Stamm und markgefüllte Zweige sind mit einer grünlich-fahlen Rinde bedeckt, die gefiederten Blätter sind gegenständig angeordnet und von kräftigem Grün. Die etwa im Juni aufbrechenden zarten weißen Blüten sind in großen, flachen Dolden angeordnet und verströmen einen würzigen, leicht bitteren Duft.


Inhaltsstoffe

 

Die Blüten enthalten Glykoside, Tannine, Schleim, Pektine, ätherisches Öl, Vitamin C und Mineralsalze. Alle diese Inhaltsstoffe geben der Pflanze eine harn- und schweißtreibende, abführende, entzündungshemmende und antiseptische Wirkung. Die in Holunderblüten ebenfalls enthaltenen Antioxidantien wehren freie Radikale ab, neutralisieren diese und schützen den Körper vor Zellschädigungen.


Ernte und „Zubereitung“


Die Holunderblüten werden geerntet, wenn mehr als zwei Drittel von ihnen geblüht haben. Dazu werden die ganzen Dolden abgeschnitten und gebündelt oder ausgebreitet getrocknet. Das Abrebeln der getrockneten Blüten muss sehr vorsichtig erfolgen, damit die Wirkstoffe nicht durch die in den Blüten enthaltenen Fermente zerstört werden.

 

Anwendung als Heilpflanze


Traditionell werden Holunderblüten als „Entgiftungsmittel“ genutzt, um das Immunsystem zu stärken, indem in den Lymphknoten enthaltene Giftstoffe durch Ausschwemmung abgebaut werden. In der Behandlung von fieberhaften Atemwegserkrankungen werden neben den aufbauenden und schweißtreibenden auch die schleimlösenden Eigenschaften der Holunderblüte in der Aufbereitung als Tee genutzt.


Im Frühjahr wurde ursprünglich Holunderblütensirup verwendet, um die Symptome von Pollenallergien zu reduzieren, heute ist der Sirup als beliebter Getränkezusatz im Handel zu finden. Ich meine aber immer noch, dass die eigene Herstellung wesentlich besser und erfrischender schmeckt. Vor allem aber traue ich der industriellen Herstellung nicht.

 

Holunderblüten-Rezept


Zur eigenen Herstellung werden mindestens 10-12 große Holunderblüten, 1 Zitrone, Ascorbinsäure, 800 g Zucker, eine Messerspitze Hefe und 10 Liter Wasser in einem Glas gemischt und für 3-4 Tage in die Sonne gestellt. Die Mischung wird abschließend gefiltert, in Flaschen abgefüllt und bis zur Verwendung kühl gestellt.


Beschwerden und Krankheiten


Die Kräutermedizin kennt Holunderblütentee, bekannter auch als Fliedertee, ebenfalls in der Anwendung zur Blutreinigung sowie als Tonikum oder Salbe zur Behandlung von Sommersprossen oder Hautunreinheiten.

 

Viele moderne Hautessenzen enthalten in ihrer Zusammensetzung noch Bestandteile von Holunderblüten. Andere Anwendungen zur Nutzung der entschlackenden Wirkung sind Leberkuren, die Behandlung von Pilzinfektionen, Rheuma, Zahnschmerzen oder Harnwegserkrankungen.

 

In Kombination mit Enzianwurzel, Eisenkraut, Schlüsselblume und Sauerampfer kommen Holunderblüten zur Hygiene der Nasennebenhöhlen und der Behandlung von Sinusitis zum Einsatz. Als Kompresse zur Anwendung bei Augenlidekzemen reduziert die Blüte Entzündungen und verflüssigt die Infektion.


Holunderblüten in der Homöopathie


Das homöopathische Mittel Sambucus nigra wird aus Blüten und Blättern bereitet. Es kommt zumeist als Urtinktur oder D3 bzw. D6 Dilutionen zur Stärkung der Abwehrkräfte geschwächter Kinder, gegen Schnupfen oder Asthma zur Anwendung.

 

Bei Beachtung der vorgeschriebenen Dosierung sind bei Verwendung von Holunderblüten keine Nebenwirkungen zu verzeichnen, so dass die Droge (Sambuci Flos) ohne Einschränkungen auch als gesundheitsfördernder Tee ohne direkte medizinische Veranlassung genossen werden kann.