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Königskerze

Wirkung und Anwendung

Von der Königskerze gibt es über 350 Arten. Viele davon werden als Heilpflanze genutzt. Die zu den Braunwurzgewächsen zählende Pflanze ist in Europa und Asien verbreitet. Hauptsächlich wächst sie im Mittelmeerraum, wo auch die höchste Artenvielfalt anzutreffen ist. Inzwischen gibt es die ma­jes­tä­tische Heilpflanze zum Teil auch in Amerika und Australien.

Die Königskerze erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern. Zunächst zeigt sich eine dichte Blätterrosette aus dem Boden. Später wächst daraus ein hoher, gerader Stängel. Leuchtend gelbe Blüten sind das Markenzeichen der Heilpflanze. Die Blüten der schlanken Pflanze können aber auch weiß, blau, orange oder violett sein. Blüten und Staubblätter sind fein behaart, weshalb die vornehm wirkende Pflanze auch unter den Namen Wollkraut bekannt ist. Weitere Synonyme sind Wetterkerze und Winterblom. Früher wurde die Königskerze als Fackel verwendet.

Schon Hippokrates erkannte das Wollkraut als Heilpflanze und setzte sie bei Wunden und gegen Atemwegserkrankungen ein. Hildegard von Bingen schrieb der Königskerze Stimmungsaufhellende Eigenschaften zu.

Wirkung und Anwendung bei verschiedenen Beschwerden

Als Tee zubereitet wirkt die Pflanze schleimlösend bei Erkältungen. Sie lindert verschiedene Atemwegsleiden wie Asthma und wirkt wohltuend bei Hals- und Ohrenentzündungen. Einige Arten werden zur Rheumabehandlung eingesetzt. Äußerlich hilft das Öl der Königskerze bei Warzen, Ekzemen, Furunkeln, Hämorriden und Frostbeulen. Zur Behandlung verschiedener Beschwerden kommen hauptsächlich die Blüten zum Einsatz.

Entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung

Antioxidantien schützen vor freien Radikalen, die Körperzellen angreifen, was zu Funktionsstörungen dieser Zellen und damit zu Krankheiten führen kann. Die Königskerze enthält Antioxidantien, was von italienischen Forschern nachgewiesen wurde. In weiteren Forschungen kam heraus, dass die Pflanze auch entzündungshemmend, wundheilend, antibakteriell, leberschützend und schmerzlindernd wirkt.

Die Königskerze als Wurmmittel

Türkische Forscher fanden heraus, dass die Königskerze auch als Wurmmittel hilft, indem sie Mäusen einen Methanolextrakt der Pflanze verabreichten, welcher einen parasitären Spulwurm bekämpfte. Im März 2012 zeigten weitere Versuche, dass auch Rund- und Bandwürmer mit Methanolextrakt der Heilpflanze bekämpft werden können. Dabei stellten die Forscher auch eine krampflösende und entspannende Wirkung fest.

2008 wurde die Königskerze als Pflanzenschutzmittel getestet. Dabei kam heraus, dass ein alkoholischer Extrakt der Heilpflanze gegen schädliche Käfer bei Weizen und Gerste hilft. Eine krebshemmende Wirkung konnten chinesische Forscher 2011 nachweisen.

Eine argentinische Studie aus dem Jahr 2011 bestätigt die Ungiftigkeit der Pflanze. Schädliche Nebenwirkungen sind keine bekannt. Bei äußerlicher Anwendung können jedoch allergische Hautreaktionen auftreten.

Tee und Sud aus Königskerzen

Von Juni bis September können die Blüten der Königskerze gesammelt werden. Geschnitten und getrocknet sind sie auch im Handel erhältlich. Damit sich möglichst viele Schleimstoffe aus den Blüten lösen, sollten diese zwei Stunden lang in kaltem Wasser ziehen. Der Sud kann anschließend aufgekocht werden. Damit feine Härchen und Staubblätter nicht irritieren, empfiehlt sich eine Filterung bei Getränken aus der Königskerze. Die in den Blüten enthaltenden Schleimstoffe legen sich über die Mund- und Rachenschleimhaut, beruhigen diese und lindern dadurch Halzschmerzen und trockenen Reizhusten. Klassisch kann die Heilpflanze auch als Tee getrunken werden, der etwa zehn Minuten ziehen sollte.

Im Gartenhandel werden sowohl die Heilpflanze als auch deren Samen angeboten. Auch Tinkturen und Öle aus der Königskerze sind erhältlich.