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Heilpflanze Krautsaft

Aus Weißkohl oder Rotkraut können nicht nur leckere Eintöpfe, Gemüsebeilagen oder gefüllte Krautwickel hergestellt werden. Der aus den verschiedenen Kohlsorten gewonnene Krautsaft wird gern als eine frische und hochwirksame Medizin aus Pflanzen eingesetzt.

Woraus entsteht Krautsaft?

Kohl (Brassica oleracea) hat im Volksmund verschiedene Bezeichnungen. Weißkohl heißt in bestimmten Regionen Kappes, Krautkopf oder Kohlkopf. Besteht der Kohlkopf aus roten Blättern, heißt er Rotkohl, Rotkraut oder Blaukraut. Beide Kohlsorten enthalten viele Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Die Schärfe des Kohls, die im rohen Zustand der Blätter besonders deutlich zu riechen und zu schmecken ist, wird durch die enthaltenen Senfölglykoside verursacht.

Aus Weißkraut und Rotkohl kann Krautsaft hergestellt werden. Besonders bei Magenleiden ist frischer Kohlsaft empfehlenswert. Er kann aus den Kohlblättern mit einem Entsafter gewonnen werden. In der Volksmedizin ist der frische Krautsaft seit Jahrhunderten ein bewährtes Mittel bei Magengeschwüren. Der Kohlsaft wird bei Magenbeschwerden innerlich angewandt. Er sollte in kleinen Portionen über den Tag verteilt schluckweise getrunken werden.

Die Erfahrungen aus der Volksmedizin hat die Wissenschaft bestätigt. Der Kohlsaft enthält den sogenannten „Anti-Ulkus-Faktor“, der heute auch als Vitamin U bezeichnet wird. Bei einer konsequenten Kur mit frisch gepresstem Krautsaft heilen die Geschwüre im Magen in den meisten Fällen komplett aus.

Das fermentierte Kraut

Auf unserem Speisezettel steht vor allem in den Wintermonaten häufig eine Mahlzeit mit deftigem Sauerkraut. Sauerkraut ist ein ganz fein geschnittenes oder gehobeltes Kraut, das durch das Fermentieren lange haltbar gemacht wurde.

Bei dem Prozess der Fermentierung helfen natürlich vorkommende Milchsäurebakterien, die sich überall in der Luft befinden. Früher war die Milchsäuregärung eine der wenigen Methoden, um Kraut und andere Gemüse für den Winter zu konservieren. Bei der Herstellung von Sauerkraut wird das fein zerkleinerte Kraut in dem Gärbehälter kräftig gestampft. So werden die Zellstrukturen des Krautes aufgeschlossen, der Saft aus den Pflanzenzellen kann austreten.

Der Kohl muss vollkommen mit dem Krautsaft bedeckt sein. Unter Zugabe von Salz, Wein und Gewürzen entsteht eine Lake, die den Kohl luftdicht abschließen und bedecken muss, damit wirklich eine milchsaure Gärung eintritt und kein Prozess der Fäulnis. Nach etwa sechs Wochen ist die Gärung abgeschlossen. Das Kraut kann in der Küche zu wohlschmeckenden Gerichten verarbeitet werden.

Das Sauerkraut ist nicht nur ein typisch deutsches Gericht. Auch im Elsass, in Österreich, in den Ländern des Balkans und sogar in den USA wird gern und viel Sauerkraut gegessen. Das Sauerkraut kann sowohl aus Weißkraut als auch aus Rotkraut angesetzt werden. Besonders im Elsass ist das rote Sauerkraut beliebt.

Gesunder Krautsaft

Sauerkraut wird auch als Sauerkohl bezeichnet. Aus dem rohen Sauerkraut kann durch Pressen gesunder Krautsaft gewonnen werden. Der Sauerkrautsaft enthält trotz der Konservierung durch die Fermentierung alle Vitamine und Spurenelemente des frischen Kohls. Daneben enthält der Krautsaft Milchsäure und Milchsäurebakterien.

Der Saft wirkt verdauungsanregend und allgemein entgiftend und entschlackend. Die Milchsäure im Krautsaft reguliert das Darmmilieu und die Neigung zu Blähungen. Der kalorienarme Saft sorgt für eine regelmäßige Entleerung des Darmes. Er ist jedoch kein Mittel zum Abführen, sondern aufgrund seiner Inhaltsstoffe unterstützt er die natürliche Tätigkeit des Darmes. Liegt eine Störung der Darmflora vor, sollte der Krautsaft kurmäßig angewendet werden.