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Heilpflanze Mädesüß Wirkung (Filipendula ulmaria)

Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Blüten eignen sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken und verleihen ihnen einen süßlich-herben Geschmack. Weitere mundartliche Bezeichnungen sind Mälkraut, Metkraut, Rüsterstaude, Johanniswedel sowie Wiesengeißbart. Vor allem im 16. Jahrhundert wurde die Staude als Bocks- oder Geißbart bezeichnet.

Merkmale

Das Echte Mädesüß ist eine Staude, die Wuchshöhen von etwa anderthalb Metern erreichen kann. Der Wurzelstock breitet sich unterirdisch kriechend aus und überwintert in der Erde. Im Frühjahr treibt er aus grundständigen Blättern eine Rosette, aus der sich später ein aufrecht wachsender Stängel entwickelt. Dieser ist im oberen Teil stark verzweigt und belaubt. Die an der Unterseite behaarten Laubblätter sind stets gefiedert und an der Oberseite kahl.
An den Enden der Haupt- und Seitentriebe entwickelt sich eine Vielzahl von doldig-rispigen Blütenständen, die zwischen Juni und Juli ihre stark duftenden Blüten öffnen. Die Blüten verfügen über jeweils fünf bis sechs weiße, bis zu fünf Millimeter lange Kronenblätter.

Vorkommen

Mädesüß bevorzugt nährstoffreiche Böden, die vor allem feucht sein sollten. So findet man die Pflanze häufig auf feuchten Wiesen und an Ufern, aber auch in der Nachbarschaft zu Röhricht fühlt sie sich wohl. Der Boden kann kalkarm, aber auch kalkreich sein.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln durch ganz Europa und das westliche Asien. Auch in Kleinasien, am Mittelmeer sowie in den nördlichen Balkanländern ist Mädesüß verbreitet. Die Nordgrenze verläuft von Island bis hin nach Nordsibirien.

Wirkstoffe und Sammelgut

Gesammelt werden sowohl die Blüten als auch die oberirdischen Teile der Pflanze zwischen Mai und Juli.

Dabei werden die Blüten ohne den Stängel oder die oberirdischen Teile blühender Pflanzen von der Pflanze entnommen und anschließend getrocknet.

Die Droge duftet nach bitteren Mandeln. Ein leicht zusammenziehender, jedoch aromatischer Geschmack sind außerdem typische Merkmale des Mädesüß.

Salicylsäureverbindungen sind die hauptsächlichen Inhaltsstoffe des Mädesüß. Neben freier Salicylsäure enthält sie Gaultherin und Spiraein sowie ätherisches Öl und Gerbstoff.

Anwendung

Die darin vorhandenen Gerbstoffe wirken adstringierend, schmerzstillend, antirheumatisch sowie entzündungshemmend, was wahrscheinlich durch die vorhandenen Flavanoide noch verstärkend wirkt.

Die Wirkung der Droge beruht auf ihrem Gehalt an Salicylsäurederivaten. Äußerlich findet sie deshalb eine Anwendung als Rheumamittel. Weiterhin wird sie zur unterstützenden Behandlung fiebriger Erkältungskrankheiten sowie zur Erhöhung der Harnmenge angewendet. In der Volksheilkunde wird Mädesüß bei Magenbeschwerden, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie zur Wundheilung eingesetzt.

Mädesüß ist zudem Bestandteil einiger Erkältungstees. Etwa vier bis sechs Gramm der Droge können drei Mal täglich zur Zubereitung eines Tees genutzt werden.
In pulverisierter Form wird die Droge auch als Bestandteil von Tinkturen und Tabletten verwendet.

Die frischen, unterirdischen Teile der Pflanze finden in der Homöopathie eine Verwendung unter der Bezeichnung Filipendula ulmaria HAB1 und werden bei Rheumatismus sowie bei Schleimhautentzündungen eingesetzt.