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Heilpflanze Myrrhe (Commiphora molmol)

Nicht ohne Grund haben die heiligen drei Könige dem gerade geborenen Jesuskind neben Gold und Weihrauch auch Myrrhe zum Geschenk gemacht. Auch wenn es vermutlich nur ein Klumpen Harz war – Myrrhe ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Nicht nur das ist die Grundlage für der Wertschätzung des Baumharzes. Auch der sinnliche, würzige Duft der Myrrhe hat seit jeher Stimmung und Befindlichkeit positiv beeinflussen und zu innerer Ruhe führen können.

Der Myrrhenbaum (Commiphora molmol) ist in Afrika, Indien und den arabischen Ländern zu Hause. Der Baum schützt sich gegen Insekten oder Verletzungen, indem er ein Harz absondert. Auch spontan und ohne äußere Ursache tritt das Harz aus. Die zunächst flüssige und klebrige Substanz wird an der Luft schnell hart. In diesem Zustand kann das Harz problemlos geerntet werden. Bereits im Altertum wurde die Myrrhe als Heilmittel, aber auch bei religiösen Zeremonien genutzt. Ätherische Öle, Harze sowie Gerb- und Bitterstoffe wurden aus dem Baumharz gewonnen. Unsere Vorfahren hatten genaues Wissen um die desinfizierende und wundheilende Wirkung des Harzes. Weiter soll die Myrrhe gegen Pilzbefall helfen, und ihre adstringierende, also die Schleimhaut zusammenziehende Wirkung ist auch lange bekannt.

Heute wird die Myrrhentinktur vor allem genutzt, um Entzündungen der Mundschleimhaut zu heilen. Mit der unverdünnten Tinktur können Schmerzen gerade an der Schleimhaut des Mundes gemildert werden. Die Tinktur hilft auch gegen Druckstellen, die durch rutschende Prothesen verursacht werden. Als Gurgellösung bei Rachen- und Halsentzündungen kann die Myrrhe gute Dienste leisten. Heilmittel aus dem Baumharz werden ebenfalls gegen Husten eingesetzt. Die ätherischen Öle der Myrrhe haben eine besondere Eigenschaft. Sie lösen die Fetthülle von Krankheitserregern auf. Sie können so den Stoffwechsel von Bakterien und Pilzen von innen heraus beeinflussen, sodass der Erreger abstirbt.

Nach neusten Erkenntnissen ist das Baumharz dazu geeignet, Darmkrämpfe zu lindern. Die Universität Leipzig hat die Wirkmechanismen zumindest zum Teil aufdecken können. Danach senkt die Myrrhe die Spannungen der glatten Darmmuskulatur und verhindert, dass sich der Darm zu stark zusammenzieht. So können Darmkrämpfe, die vor allem bei chronischen Darmerkrankungen häufig die Lebensqualität der Betroffenen verschlechtern, verhindert werden. Beim Phytokongress im März 2013 machte Prof. Dr. Karen Nieber von der Universität Leipzig deutlich, dass aufgrund dieser Erkenntnisse die Myrrhe erfolgversprechend bei der Therapie von Erkrankungen wie Reizdarm, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden könnte. Pflanzliche Heilmittel sind nach den Angaben der Expertin für Phytopharmaka für chronische Darmerkrankungen besonders geeignet. Bei der Langzeittherapie sind solche Medikamente gut verträglich und schädigen die Darmflora nicht.

Die Myrrhe wird zusammen mit Kamille und Kaffeekohle bereits seit langen Jahren als Tablette zur Regelung der Funktion von Magen und Darm genutzt. Die Volksmedizin schätzt Zubereitungen aus Myrrhe gegen Husten und Bronchitis. Die Wirksamkeit dieser Anwendungen ist aber wissenschaftlich nicht erwiesen. Die Myrrhe ist ebenfalls Bestandteil von Tinkturen, Cremes, Salben oder auch Likören im Bereich der Schwedenkräuter.

Vorsicht ist geboten, wenn man Myrrhe in höheren Dosierungen innerlich anwenden will. Bei äußerlichem Gebrauch wird die Myrrhe gut vertragen, doch bei zu hoher Dosierung können Durchfall, Reizungen der Nieren oder zu große Schwankungen des Blutzuckers die Folge sein. Sogar von Herzrhythmusstörungen wurde berichtet. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln ist man auch bei der Myrrhe auf der sicheren Seite, wenn die Anwendungen mit einem Arzt besprochen werden.