Naturheilpraxis René Gräber - Headgrafik
 

Heilpflanze Nachtkerze (Oenothera bienis)

Ursprünglich stammt die Nachtkerze (Oenothera biennis) aus Nordamerika. Im 17. Jahrhundert kam die zweijährige Pflanze nach Europa. Sie verbreitete sich sehr schnell, weil ihre Heilwirkung sich immer mehr durchsetzte. Ihr Name beschreibt eine Besonderheit, denn die leuchtend gelben Blüten öffnen sich erst in der Dunkelheit. Bereits am nächsten Tag fallen sie wieder ab. Die Pflanze wächst auf steinigen, sandigen und trockenen Böden. Man findet sie daher am Rande von Wegen, an Bahndämmen oder auch in der Nähe von Steinbrüchen. Die Nachtkerze wird bis zu einem Meter groß und blüht von Juni bis Oktober.

Die Samen der Nachtkerze sind sehr klein, doch gerade aus den Samen wird das wirksamste und auch wohl bekannteste Produkt hergestellt – das Nachtkerzenöl. Es wird durch Kaltpressung gewonnen, denn nur auf diesem Weg bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe wirksam. Das Öl der Nachtkerze enthält einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Vor allem die Linolsäure macht das Nachtkerzenöl zu einem qualitativ hochwertigen Heilmittel. Sie gehört zu den essentiellen Fettsäuren, die für den menschlichen Organismus sehr wichtig sind, aber vom Körper nicht selbst produziert werden können. Solche Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden.

Äußerlich wird das Nachtkerzenöl zur Regeneration und Reparatur geschädigter Haut eingesetzt. Es reguliert die Feuchtigkeit der Haut, wirkt beruhigend und entspannend. Es wirkt hautglättend bei rauer Haut und mildert Juckreiz, Probleme mit roter und schuppiger Haut werden gemildert. Ärzte empfehlen deshalb bei Ekzemen, bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) eine unterstützende Behandlung mit Cremes oder Salben, die Nachtkerzenöl enthalten. Allgemein wird der Zellstoffwechsel angeregt, die Produktion von Talg reguliert und die Heilung von Irritationen und Erkrankungen der Haut gefördert. Das Nachtkerzenöl wirkt ebenfalls allgemein günstig auf reifere Haut. Feuchtigkeit wird besser gehalten und die Elastizität verbessert.

Nachtkerzenöl wird auch innerlich eingesetzt. Das Öl wirkt auf entzündliche Prozesse im Körper. Bei einer Entzündung sind bestimmte Stoffe beteiligt, deren schädliche Wirkung durch die Zusammensetzung des Öls der Nachtkerze gemildert wird. Nachtkerzenöl wird bei extrem trockener Haut und Hautkrankheiten wie Psoriasis und Neurodermitis eingenommen. Auch setzt die Naturheilkunde das Öl gegen Allergien und Heuschnupfen sowie bei Menstruationsbeschwerden ein. In den Wechseljahren berichten Frauen von der wohltuenden Wirkung. Die in dieser Zeit typischen hormonellen Schwankungen können ausgeglichen werden. Erfolg verspricht auch eine entsprechende Behandlung mit Nachtkerzenöl bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke (Polyarthritis) oder der Wirbelsäule (Morbus Bechterew). In der Homöopathie wird die Nachtkerze als Mittel gegen Durchfall verordnet.

Das Nachtkerzenöl muss in hoher Dosierung und über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Dabei können Nebenwirkungen auftreten, die allerdings eher selten sind. Vor allem wurden Probleme mit der Verdauung wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Krämpfe beobachtet. Auch Kopfschmerzen sind möglich. Epileptiker sollten Nachtkerzenöl nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden. Diese Prämisse gilt auch für schwangere und stillende Frauen. Wenn Kinder Nachtkerzenöl innerlich anwenden sollen, sollte ebenfalls der Arzt befragt werden.

Wenn das Nachtkerzenöl – ob äußerlich oder innerlich - angewandt wurde, so haben die Betroffenen immer wieder von der Effektivität und den positiven Wirkungen des Nachtkerzenöls berichtet. Bisher aber konnte keine wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit sowohl bei der äußerlichen wie bei der innerlichen Anwendung eindeutig nachweisen.