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Heilpflanze Odermennig (Agrimonia eupatoria)

Der Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) gehört zu den Rosoideae als Unterfamilie der Rosengewächse, er wird als Heilpflanze bei Durchfall, Nieren- und Blasenentzündungen eingesetzt. Die Pflanze ist auf heimischen Wiesen zu finden und als Heilmittel schon seit der Antike bekannt. Auch die Homöopathie setzt ihn in der Potenz D12 ein.

Kleiner Odermennig: Vorkommen und Ernte

Man findet die Agrimonia eupatoria in Europa und Asien, die Pflanze ist winterhart und wächst auf magerem Wiesenboden und an Waldrändern bis zu einer Höhe von etwa 1.600 Meter. Der Kleine Odermennig mag viel Sonne und einen ausgeglichenen, nicht zu sauren Boden. Da er in der Natur reichlich vorkommt, kann er während der sommerlichen Blüte - Juni bis August - aus dem Wildbestand gesammelt werden, danach trocknen die Blütenblätter an der Luft. Bei künstlicher Wärmezufuhr gelten 40° C als optimale Obergrenze.

Merkmale und Drogen der Agrimonia eupatoria

Die Staude des Odermennigs wird zwischen 30 cm bis einen Meter hoch, aus einem kriechenden Wurzelstock wächst ein behaarter Stängel mit schwacher Verzweigung. Die gelben Blüten sind lang gestreckt und traubenartig angeordnet, es handelt sich um einfache Scheibenblumen, die zur Gewinnung des Odermennigkrauts Herba Agrimoniae (auch Agrimoniae herba, Herba Eupatoriae oder Herba Lappulae hepaticae) verwendet werden. Dieses Kraut enthält als Gerbstoffe bis zu 10 Prozent Catechin und etwas Ellagitannine sowie Gallotan¬nine. Der Gesamtanteil an Flavonoiden liegt bei 1,18 Prozent, darunter finden sich Luteolin, Apigenin, 7-O-β-D-Glucoside, Quercetin und Kämpferol, Letzteres sowohl frei als auch in Form von Mono- und Diglucosid. Als Phenolcarbonsäuren sind Gentisin-, Vanillin- Ferula- und Salicylsäure vertreten, auch enthält das frische Kraut 1,5 Prozent Triterpene, darunter 0,6 Prozent Ursolsäure. In der Pharmakologie wirken die Odermennigextrakte antiviral und antibakteriell aufgrund der adstringierenden Gallotannine, welche vielfältige Wasserstoffbrücken sowie Ionen¬bindungen mit Makromolekülen bilden. Diese Droge wirkt harntreibend, was die Anwendung bei Nierenentzündungen erklärt. Auch soll das Bettnässen von Kindern wirksam mit Odermennig bekämpft werden.

Anwendungen von Odermennig

Die Pflanze kommt vielfältig zum Einsatz, wobei sich homöopathische und traditionelle Anwendungen erstaunlicherweise etwas unterscheiden. Die traditionelle Medizin wenden den Kleinen Odermennig innerlich (als Tee) bei folgenden Beschwerden an:

  • Durchfall
  • Gallestauungen
  • Nieren- und Blasenentzündungen
  • Bettnässen von Kindern

Bei Diabetes sollte ein Arzt befragt werden. Der Kleine Odermennig wird als Tee zubereitet, das getrocknete Kraut ist hier sehr klein zu zerschneiden und in der Menge 1½ Teelöffel in einer großen Tasse aufzubrühen.

Die äußerliche Anwendung mit Waschungen und Umschlägen (als Gargarisma) wird der Odermennig eingesetzt:

  • bei chronischer Pharyngitis
  • gegen schlecht heilende Wunden
  • bei eiternden Ausschlägen
  • Verbrennungen
  • Abschürfungen
  • Psoriasis
  • bei seborrhoischen Ekzemen

Auch bei Unterleibserkrankungen ist die Pflanze in Sitzbädern wirksam. Die Homöopathie setzt den Odermennig als Globuli oder Tropfen in der Potenz D12 gegen Bronchitis ein, die Anwendung erfolgt durch drei bis vier tägliche Gaben über eine Woche oder bis zur Heilung. Die Heilpflanze ist seit der Antike bekannt, die Griechen weihten sie der Pallas Athene. Antike Ärzte wie Galen, Plinius, Dioskurides und Avicenna kannten sie und nutzten sie äußerlich so ähnlich wie heute, nämlich gegen Geschwüre. Im Mittelalter nutzte man den Odermennig gegen Ruhr, Würmer, Hundebisse (antibakteriell) und gegen Leber- und Milzerkrankungen.