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Heilpflanze Ringelblume (Calendula officinalis)

Vorkommen

Die Ringelblume ist schon jahrhundertelang als Heilmittel für Wunden und bei Hautproblemen bekannt. Im März/April ausgesät, verbessert sie im Garten die Bodenstruktur und leuchtet mit ihren Blüten, die in allen Gelbtönen blühen. Am schönsten sind die satt orangefarbenen Arten. Ringelblumen gehören zur Familie der Korbblütler und sind weltweit verbreitet, ihre ursprüngliche Heimat ist jedoch Europa.

Merkmale

Als einjährige Pflanze muss die Ringelblume jedes Jahr neu ausgesät werden. Entfernt man die abgeblühten Kelche nicht regelmäßig, sät sie sich auch selbst aus und erscheint im nächsten Jahr an den unterschiedlichsten Stellen. Die Ringelblume wächst aufrecht auf kantigen Stängeln und verzweigt sich im oberen Teil. Je nach Sorte sind die Pflanzen kompakt oder im oberen Teil sperrig. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün und haben eine längliche Form. Von Ende Mai bis weit in den Herbst erscheinen die Blüten.

Droge und Wirkstoffe

Als Droge werden die Blütenstände mit Blütenboden oder nur die einzelnen Zungenblüten verwendet. Gesammelt wird bei trockenem Wetter in den Mittagsstunden, wenn die Blüten ganz geöffnet sind. Die Trocknung erfolgt im Schatten oder bei maximal 50 Grad. Zur Aufbewahrung kommen die getrockneten Blüten in Blechdosen oder dunkle Schraubgläser. Die wichtigsten Wirkstoffe der Ringelblume sind: ätherisches Öl, Saponin, Calendulin, verschiedene Carotinoide, Flavonoide und Salicylsäure.

Pharmakologie

Die Droge ist vor allem als Wundheilungsmittel bekannt. Sie fördert aber auch die Gallensekretion bei Gelbsucht und Lebererkrankungen. Bei Bauchspeicheldrüsenschwäche kann Ringelblumentee die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse unterstützen.

Anwendung

Ringelblumenprodukte werden innerlich und äußerlich angewandt. Bei Krämpfen im Bauchraum kann Ringelblumetee Linderung bringen. Ferner regt der Tee den Gallenfluss an und unterstützt Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse bei der Verdauung. Auch bei innerlichen Entzündungen fördert der Tee die Heilung.

Äußerlich werden Umschläge mit Ringelblumentinktur und Salben zur Behandlung schlecht heilender Wunden, Entzündungen und bei Fußpilzbefall angewandt. Quetschungen, Prellungen, Muskelzerrungen und Schwellungen heilen schneller mit Umschlägen aus verdünnter Ringelblumentinktur. Bei solcher Art „Weichteilverletzung“ würde ich allerdings eher die Arnika zur Therapie vorziehen.

Ringelblumen-Sitzbäder helfen bei starken Hämorrhoiden. Bei Hautproblemen wie leichte Verletzungen, Fußpilz, Ekzemen, Eiterpusteln können Waschungen mit Ringelblumentee die Heilung beschleunigen. Ein Tee aus Ringelblumen kann folgendermaßen hergestellt werden: 2 Teelöffel getrocknete Ringelblumen in 300 ml Wasser kurz aufkochen, etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann abgießen, 2-mal täglich eine Tasse davon trinken. Um eine garantiert reine „Droge“ zu bekommen, sollte das Produkt in der Apotheke gekauft oder selbst sorgfältig geerntet und getrocknet werden.

Homöopathie

In der Homöopathie verwendet man die Blüten mit dem Kelch von orange blühenden Pflanzen. Daraus wird die Urtinktur hergestellt mit einem Arzneigehalt von 1/3. Ringelblumenlösungen ab der Potenz D 1, üblicher sind jedoch D 2, D 3 und D 4. Äußerlich und innerlich bei alten und frischen Verletzungen, schwer heilenden Wunden, Nagelbettentzündungen und Brustdrüsenverhärtungen.

Weitere Anwendungstipps

Ringelblumensalbe: 30 g getrocknete Ringelblumenblüten, 200 ml Mandelöl, 30 g Bienenwachs. Ringelblumenblüten in dem Mandelöl erhitzen, 30 Minuten ziehen lassen und nochmals erhitzen. Durch ein Sieb oder Filterpapier gießen. Das Bienenwachs in Stücke schneiden und gut in das Ringelblumen-Mandelöl einrühren. In Cremetopf abfüllen. Ringelblumentinktur: Eine Handvoll Blüten in ein großes Schraubglas geben und mit 1 Liter 50 %-igem Alkohol übergießen. Verschließen und 14 Tage in der Sonne ziehen lassen. Dabei mehrmals schütteln. Danach abfiltern und dunkel und kühl aufbewahren.