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Römische Kamille (Chamaemelum nobile)

Die Römische Kamille, deren lateinische Bezeichnung Chamaemelum nobile lautet, ist unter anderem ein Küchenkraut für die Wildkräuterküche sowie ein Heilkraut in der alternativen Medizin. Sie weist viele Ähnlichkeiten mit der Echten Kamille auf. Daher unterscheidet sie sich von dieser kaum in der Anwendung.

Die Römische Kamille zählt zu den in Westeuropa vorkommenden Korbblütlern. In Mittel- und Südeuropa trifft man sie etwas seltener an. Selbst in Nordwest-Afrika können Wildformen zu finden sein. In vielen Gebieten erfolgt ein gewerblicher Anbau der Pflanze.

Die Römische Kamille bevorzugt trockene Wiesen und Felder, gedeiht aber auch an Schutthalden und an Bahnstrecken. Außerdem wächst sie an Wegen und Rainen. Wird sie im Garten angebaut, benötigt sie einen sonnigen Stand und eine windgeschützte Lage. Der Boden sollte mäßig kalkhaltig und humos sein. Die Aussaat erfolgt im Spätsommer oder im zeitigen Frühjahr.

Die Römische Kamille zählt zu den krautigen, ausdauernden Pflanzen, die eine Höhe bis zu etwa 30 Zentimeter erreicht. Die Blätter erscheinen feingliedrig und gefiedert. Die Blütenköpfe stehen einzeln und sitzen auf langen Stielen. Von den Hundskamillenarten, die sich nicht als Heil- und Küchenkraut einsetzen lassen, unterscheidet die Römische Kamille der angenehm aromatische Geruch. Außerdem bildet die Römische Kamille halbkugelförmige Blüten aus.

Die der Hundskamille sind eben. Beide Arten besitzen gefüllte Körbchenböden. In den Sommermonaten bildet die Römische Kamille zahlreiche gelbe Blütenköpfchen mit weißen Zungenblättern aus. Die daraus entstehenden Früchte werden Achänen genannt.

Als Droge werden die stark duftenden Kamillenblüten gesammelt. Sie besitzen einen bitter-würzigen Geschmack. In der Homöopathie ist die Droge als Chamomilla bekannt. Die Ernte der empfindlichen Blüten erfolgt kurz nach der Blüte an trockenen Tagen. Man sammelt mit der Hand oder mit Kämmen, welche die Quantität erhöhen. Beim Transport des Sammelguts ist darauf zu achten, dass die Blütenkörbchen nicht gedrückt werden. Anschließend wird die Droge zügig getrocknet und für 2 Tage lose gelagert. Dann kann sie von Rückständen und Staub befreit und in Gefäßen verstaut werden.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Römischen Kamille sind ätherische Öle, welche diverse antibakterielle und krampflösende Komponenten enthalten. Besonders hervorzuheben sind die Flavonoide, Pinen und Bisabolol. Weiterhin enthält sie Bitter- und Gerbstoffe.

In der Pharmakologie werden unter anderem Teemischungen hergestellt, die eine krampflösende, entzündungshemmende und windlösende Wirkung besitzen. Sie können innerlich und äußerlich angewandt werden. Insbesondere lässt sich ein Kamillenteeblütenaufguss zubereiten, der frisch zu verwenden ist.

Unter anderem kommt die Römische Kamille bei Menstruationsbeschwerden, beim Prämenstruellen Syndrom sowie bei Magen- und Darmbeschwerden zum Einsatz. Aufgrund der krampflösenden Wirkung wird sie außerdem bei Nervosität und neurologischen Problemen angewandt. Bei Entzündungen am Zahnfleisch, an der Mundschleimhaut und im Rachen können Spülungen durchgeführt werden. Bei Halsschmerzen eignet sich ihr Aufguss zum Gurgeln.

Äußerlich kommt die Römische Kamille unter anderem in Heublumensäckchen zum Einsatz, die heiß oder kalt angewendet werden. Beispielsweise lösen diese Verspannungen der Muskulatur oder lindern Ohrenschmerzen, wenn sie auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden.

Werden offene Wunden mit einem Sud aus Römischen Kamillenblüten ausgewaschen, kommt es zur beschleunigten Wundheilung. In Augennähe und in den Augen sollte die Römische Kamille nicht angewendet werden.