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Heilpflanze Rosmarin - mehr als nur ein Gewürz

Rosmarin ist bekannt als Duftpflanze in der Kosmetik, als Zierpflanze im Garten oder als Gewürz in der Küche. Doch auch die Heilwirkung des Lippenblütengewächses ist seit langem bekannt.

Das Gewächs mit seinen schmalen, nadelähnlichen Blättern stammt ursprünglich aus der Mittelmeer-Region und mag es daher warm und trocken. Blühen kann der immergrüne Strauch unabhängig von der Jahreszeit. Die blauen Blüten der Pflanze, die Form ihrer Blätter und ihre Herkunft, sind der Grund für die ursprünglich lateinische Bezeichnung „Rosmarinus“, was so viel wie „Tau des Meeres“ bedeutet. Symbolisch steht die Pflanze für Liebe und Treue.

Vorkommen und Merkmale

Rosmarin kommt hauptsächlich in der Mittelmeer-Region vor. Aufgrund der Sonne und des angenehm milden Klimas wächst er hier besonders gut. Charakteristisch für den etwa 1 m hohen Strauch sind die nadelförmigen Blätter mit blau-lila Blüten. Die Pflanze verfügt über ein sehr intensives Aroma und einen etwas bitteren, harz-ähnlichen Geschmack. So nutzen viele das aromatische Gewächs hauptsächlich zum Würzen von Speisen. Die Gewürzpflanze wird darüber hinaus gewerblich angebaut. Sowohl die Blätter und Stängel als auch die Blüten werden zur Herstellung verschiedener Produkte verwendet.

Wirkstoffe

Es ist etwa 1 bis 2,5 Prozent ätherisches Öl in Rosmarinblättern enthalten. Zu den Hauptkomponenten des Rosmarinöls gehören Terpene mit Cineol, Campher und α-Pinen. Abhängig von der Herkunft schwankt der Anteil der Hauptkomponenten. Darüber hinaus sind in den Blättern weitere wichtige Bestandteile wie Lamiaceen-Gerbstoffe, Rosmarinsäure, tricyclische Diterpen, Triterpene, Oleanol bzw. Ursolsäure, Flavonoide und Glykoside enthalten.

Wirkung und Anwendung

Die im Rosmarin enthaltenen Stoffe verfügen über eine heilende Wirkung gegen Pilze, Viren und Bakterien. Darüber hinaus werden dem Rosmarin weitere positive Effekte zugeschrieben. So hilft das Kraut gegen Krämpfe, dient der Entgiftung des Körpers, stärkt Muskulatur und Venen, lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen. Rosmarinöl wird häufig äußerlich, als Bad oder zum Einreiben, angewandt, um rheumatische Beschwerden zu lindern. Bäder sollen auch Abhilfe gegen Kreislaufbeschwerden schaffen und die Durchblutung fördern.

Rosmarin hilft zudem gegen Quetschungen oder Verstauchungen. Für das Heilbad werden ca. 50 g Rosmarinblätter mit 1 l Wasser kurz aufgekocht. Anschließend 15-20 Minuten ziehen lassen und zum Bad hinzugeben. Doch nicht nur äußerlich hat die Behandlung mit Rosmarin eine wohltuende Wirkung auf den Körper. Zur Heilung von dyspeptischen Beschwerden, Kreislaufproblemen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, der weiblichen Geschlechtsorgane und Rheuma ist die Einnahme der Pflanze als Tee zu empfehlen. Hierzu wird 1 Teelöffel der klein geschnittenen Blätter als Tee aufgekocht.

Homöopathie

Neben dem Einsatz von Rosmarin als Badezusatz oder der Einnahme der Pflanze als Tee, wird Rosmarin auch zu Globuli verarbeitet. Der wilde Rosmarin wird in den homöopathischen Streukügelchen namens Ledum als Mittel gegen Verletzungen und Bisse verwendet. Die Globuli sollten nicht in der Hausapotheke fehlen, da sie häufig schnelle Linderung bei Schnittverletzungen und Stichwunden bringen.

Obwohl die Pflanze in der Antike noch wenig Beachtung als Heilpflanze fand, haben besonders die Menschen im Mittelalter erstmals die heilende Wirkung von Rosmarin entdeckt. Bis heute machen sich viele das berühmte Haus- und Arzneimittel zu Nutze, um lästige Beschwerden in den Griff zu bekommen und möglichst schnell eine Verbesserung des Allgemeinbefindens zu erzielen.