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Heilpflanze Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Gemeine Schafgarbe ist ein Heil- und Küchenkraut, das in die Wildkräuterküche passt. Als Synonym wird häufig Augenbraue der Venus verwendet. Die lateinische Bezeichnung lautet Achillea millefolium L..

Die Gemeine Schafgarbe kommt in subtropischen Gebieten sowie in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens vor. Insbesondere ist sie auf trockenen Wiesen, an Wegen, Waldlichtungen und Rainen zu finden.

Es handelt sich um ein ausdauerndes Kraut aus der Familie der Korbblütler, das an einem bis zu 60 Zentimeter hoch werdenden Stängel längliche Blätter trägt. Besonders auffallend sind die weißen bis grauweißen Scheibenblüten, deren zungenförmige Randblüten auch rosa erscheinen können. Die Köpfchen der Blüten bilden Trugdolden. Sie zeigen sich von Juni bis in den November.
Während in der Wildkräuterküche die filigranen frischen Blättchen verwendet werden, nutzt man in der Heilkunde die unverholzten Zweigspitzen mit den Blütenköpfchen, die zu Beginn der Blütezeit gesammelt werden. Seltener werden auch die Blätter zur Konservierung gesammelt.

Anschließend wird die Droge über Kopf aufgehängt und getrocknet, wobei darauf zu achten ist, dass die Blütenköpfchen sich nicht dunkel verfärben. Die Trockendroge ist vor Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung geschützt aufzubewahren.

Aus der Homöopathie sind die Bezeichnungen Flores und Herba Millefolii bekannt. Die Droge riecht würzig und besitzt einen leicht bitteren Geschmack.

Die Gemeine Schafgarbe beinhaltet ätherische Öle mit den Wirkstoffen Cineol, Thujon, Borneol sowie diversen Terpenen. Weiterhin enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cholin und organische Säuren. In der Pharmakologie werden diverse Präparate für die innere und äußere Anwendung hergestellt. Diese wirken nervenstärkend und verdauungsfördernd. Außerdem regen sie den Stoffwechsel an.

Beispielsweise kommen sie bei Magen- und Darmerkrankungen oder bei Galle- und Leberleiden zum Einsatz. Zur Regulierung des Kreislaufs kann ein Tee aus 5 Teilen Schafgarbe, 3 Teilen Rosmarin und 2 Teilen Arnika aufgegossen werden. Als Magentee wird reiner Schafgarbentee beziehungsweise ein Tee aus der Schafgarbe-Kamillen-Fenchel-Melissenblattmischung eingesetzt. In Verbindung mit Salbei, Ysop und Schachtelhalm wirkt die Gemeine Schafgarbe schweißhemmend. Um eine übermäßige Schweißproduktion zu vermeiden, werden vor dem Schlafengehen 2 Tassen von letzterem Tee getrunken.

Die Gemeine Schafgarbe wird außerdem zur Behandlung von Frauenleiden, insbesondere Beschwerden in den Wechseljahren verwendet. Häufig mischt man hierzu das Schafgarbekraut mit Johanniskraut, Taubnessel, Eberraute sowie Herzgespann. Bei Hämorrhoiden empfiehlt sich ein Sitzbad in einem Schafgarbekrautaufguss. Weiterhin können mit der Gemeinen Schafgarbe Erkrankungen der Atemorgane und des Harnwegstrakts geheilt werden. Bei der inneren Anwendung ist darauf zu achten, dass hohe Mengen an Schafgarbetee toxisch wirken. Da die Konzentrationen der Wirkstoffe beim Sammelgut stark schwanken können, sollten 4 Tassen täglich das Maximum sein.

Zur äußeren Anwendung empfehlen sich Umschläge, Bäder und Waschungen bei Hautausschlägen.

Bei Mundfäule, Zahnfleischproblemen und Mundgeruch kann mit einer Schafgarbe-Abkochung gegurgelt werden. Neigt die Gesichtshaut zu Unreinheiten und wirkt sie spröde, lässt sie sich mit einem Gesichtsdampfbad behandeln, welchem Schafgarbeblüten beziehungsweise –blätter zugesetzt wurden.

Wenngleich die Gemeine Schafgarbe in der freien Natur zu finden ist, sollte beim Sammeln darauf geachtet werden, dass sie in einem Umfeld wächst, das möglichst frei von Umweltgiften ist. Pestizide, Insektizide und andere chemische Mittel dürfen in der näheren Umgebung nicht zum Einsatz kommen.