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Vogelmiere

Wirkung und Anwendung

Vogelmiere kennen viele nur als lästiges Unkraut. Doch dieses Kraut ist nicht nur essbar, es schmeckt auch noch hervorragend. Und da die Vogelmiere auch noch heilsame Wirkungen entfalten kann, ist diese für mich eine Heilpflanze. Manchmal auch noch ein Mulchersatz.
Da die Sache mit dem „Unkraut“ jetzt hoffentlich vom Tisch ist, betrachten wir die Vogelmiere im Folgenden nur noch als Heilpflanze.

Zunächst kann man sehen, dass die Vogelmiere fast das ganze Jahr in Gärten, auf Äckern, an Wegen und Ufern wächst. Im Frühjahr und Sommer ist sie besonders verbreitet. Sie liebt feuchte und nährstoffreiche Böden und gedeiht auch im Schatten gut. Egal ob Ebene oder Gebirge, die Vogelmiere wächst und wächst, wie ein lebendiger Teppich – vorausgesetzt, sie wird nicht wie Unkraut behandelt und frühzeitig rausgerupft.

Heimisch ist die Pflanze in Mittel- und Nordeuropa. Sie tritt aber auch in Nordamerika und in Nordasien auf. Frost kann dem Nelkengewächs nichts anhaben. Leichte Minusgrade bringen die Vogelmiere sogar zum keimen unter Schnee. Sobald dieser verschwunden ist, kommt die Vogelmiere zum Vorschein. Die üppig wachsende Pflanze zeigt stickstoffhaltigen, gut bewässerten und fruchtbaren Boden an.

Die Heilpflanze hat bis zu 40 Zentimeter lange Stengel, die sich hauptsächlich am Boden befinden und kleine Zusatzwurzeln bilden können. Die kleinen, eiförmigen Blätter laufen nach vorn spitz zu.
 Blütezeit ist von März bis Oktober. Aus den Blüten werden Kapseln, in denen Samen heranreifen. Jedes Jahr werden bis zu 15.000 Samen gebildet, die auf dem Speiseplan vieler Vögel ganz weit oben stehen. Mit dem Kraut kann Geflügel gefüttert werden.

Vogelmiere hat starke Ähnlichkeit mit dem Ackergauchheil, der giftig ist. Wer wartet, bis die Heipflanze ihre weißen, sternförmigen Blüten zeigt, ist auf der sicheren Seite, denn der Ackergauchheil blüht blau oder orange.

Das Sternenkraut ist ein zartes und gesundes Blattgemüse und hervorragend für Salate oder als Dekoration für Kräuerquark geeignet. Die Heilpflanze regt Stoffwechsel und Verdauung an.
Heilwirkung von Vogelmiere
 Da die Vogelmiere viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien, Zink und ätherische Öle enthält, ist sie eine gute Heilpflanze.

Bei Hautproblemen, Schuppenflechte und juckenden Ekzemen hilft das vermeintliche Unkraut. Es wirkt blutreinigend und blutstillend. Es kühlt und löst Schleim. Die Pflanze hilft bei Frühjahrsmüdigkeit, Husten, Bronchitis und Lungenleiden. Sie wird bei Blähungen, Verstopfung und Hämorrhoiden angewendet und kann Gelenkentzündungen, Rheuma und Gicht heilen.

Stellaria media, wie die Vogelmiere wissenschaftlich genannt wird, hilft bei Nierenschwäche, Augenentzündung, schlecht heilenden Wunden, Quetschungen, Schnittwunden, Furunkeln, Geschwüren und Pickeln. Die Pflanze lindert Juckreiz und fördert die Milchbildung bei Schwangeren.

Tees, Salben und Umschläge

Vogelmiere kann getrocknet oder frisch zu Tee verarbeitet werden. Wer Vogelmieretee trinkt, regt seinen Stoffwechsel an, kann rheumatische Beschwerden linden und Frühjahrskuren unterstützen. Der Tee hilft bei Erkrankungen der Atemwege wie Husten und Bronchitis.

Äußerlich angewendet fördert der Tee die Beseitigung vieler Hautprobleme. Als Umschlag oder Bad kann er Juckreiz lösen und Ekzeme behandeln. Das Gerstenkorn ist nicht nur ein Getreide, sondern auch eine Augenentzündung, die mit Vogelmiere-Umschlägen oder einer Augenbadewanne gelindert werden kann. Wer Geschwüre, Abzesse oder schlecht heilende Wunden behandeln will, kann das frische Kraut auch zerquetschen und daraus einen Breiumschlag herstellen.

Schon im Mittelalter wurden Salben aus Vogelmiere und Schmalz hergestellt, die gegen diverse Hauterkrankungen helfen.