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Garten-Wolfsmilch

Wirkung und Anwendung

Die Garten-Wolfsmilch ist ein unscheinbares, aufrecht wachsendes Pflänzchen mit rundlichen Blättchen und gelblichen Scheinblüten.

Beachtung erfährt es meistens erst dann, wenn es sich im Garten auf den sorgfältig bereiteten Beeten zwischen Salat und Gemüse ausbreiten will. Das tut das einjährige Kraut beharrlich vom Juni bis zum Frost, denn es liebt lockeren und nährstoffreichen Boden. Wenn der Gärtner beim Jäten nur einen Teil der Pflanze abreißt, bemerkt er den weißen Milchsaft, der an der Verletzungsstelle austritt. Er enthält, wie bei anderen Wolfsmilcharten auch, das chemisch zu den Terpenen gehörende giftige Euphorbon. Das Kraut sollte also nicht mit in den Salat gemischt werden.

Wenig bekannt ist, dass der Milchsaft in früheren Zeiten gegen Warzen verwendet wurde. Wer die Wirkung selbst ausprobieren möchte, sollte allerdings sehr vorsichtig sein. Die giftige Milch führt nämlich auf gesunder Haut zu unangenehmen Reizungen. Besonders die Schleimhäute müssen unbedingt vor einem Kontakt mit Pflanzenteilen geschützt werden.

Interessant ist auch, wie sich kürzlich herausgestellt hat, dass Krebszellen offenbar besonders empfindlich auf Wirkstoffe aus dem Milchsaft der Garten-Wolfsmilch reagieren. Mit dem Milchsaft behandelten australische Forscher erfolgreich Patienten, die Formen von weißem Hautkrebs und dessen Vorstufen, die sogenannten aktinischen Keratosen aufwiesen. Dabei sind die Keratozyten (Hornhautzellen) krankhaft vermehrt sind. Nur drei Therapietage reichten aus, damit bei einem Großteil der Behandelten nach einem Monat keine entarteten Zellen mehr gefunden werden konnten.

Mittlerweile wird das aus dem Milchsaft gewonnene Ingenol-Mebutat in Form eines Gels erfolgreich als Zytostatikum eingesetzt. Studien haben jüngst gezeigt, dass das Therapeutikum bösartige Zellen zerstört und gleichzeitig die neutrophilen Granulozyten fördert. Das sind spezielle Zellen des Immunsystems, die fremde Strukturen identifizieren und unschädlich machen. So kann ein Rückfall nach der Behandlung verhindert werden.

Auch wenn die Stoffe, die die kleine Pflanze produziert, offenbar erstaunliche Wirkungen aufweisen, sollten Zubereitungen aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Brennen oder Blasenbildung nicht von Laien in Eigenregie eingesetzt werden. Eine sorgfältige Diagnose und Indikationsstellung durch den Arzt ist unbedingt erforderlich.

Die Homöopathie verwendet Potenzen, das heißt starke Verdünnungen von Euphorbia, bei Katharren der Atemwege, bei Hautreizungen sowie Beschwerden wie Brechdurchfall und Magenkrämpfen.